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Gynäkologin: So vermeiden Sie Mykosen und Entzündungen

1.8.2023

Jana Potuznik

5 Minuten Lesedauer

Der Sommer bringt nicht nur Hitze und Schweiß mit sich, sondern auch ständig nasse Badesachen. Man unternimmt lange Wanderungen und übernachtet im Zelt, auch romantischer Sex am Strand ist sehr beliebt. Duschen? Oftmals unmöglich... Welche Auswirkungen hat dies auf den Intimbereich und wie pflegen wir ihn auch unterwegs? Wir haben die Gynäkologin MUDr. Kamila Žižková gefragt.

Vermeiden Sie ungewollten Ärger

Die weiblichen Geschlechtsorgane leiden unter der Hitze und Feuchtigkeit im Sommer. Welche Probleme können jedoch dadurch entstehen? „Gerade diese Bedingungen sind meistens der Grund für die Entwicklung einer Pilzerkrankung im Vaginalbereich. Jedoch können ebenfalls andere Entzündungen auftreten. Wenn die vaginale Mikroflora gestört ist, tritt bisweilen auch eine bakterielle Vaginose auf. Und Harnwegsinfektionen sind ebenso an der Tagesordnung“, sagt MUDr. Kamila Žižková, bei Instagram zu finden unter @moje_gynpor!

Grundlegende Intimhygiene für unterwegs

Woran erkennt man eine Pilzerkrankung?

Es kommt zu (übelriechendem) Ausfluss, Juckreiz und Brennen im Intimbereich. Gelegentlich gesellt sich die bereits erwähnte Harnwegsentzündung dazu. Welche Ursachen gibt es dafür?

Zum Einen kümmert man sich beim Baden oder Sport nicht ausreichend um die Intimhygiene. Zum Anderen ist das Trinkverhalten ursächlich für Harnwegsentzündungen. Auch ist es nicht gerade förderlich, nasse Badekleidung anzulassen oder verschwitzte Kleidung über längere Zeit zu tragen. Der Intimbereich bietet Hefen und Bakterien einen idealen Nährboden, weil er am langsamsten trocknet und die meiste Wärme speichert.

 „Oft wird oft vergessen, Badeanzüge gründlich mit sauberem Wasser auszuspülen und sie generell zu waschen. Und am riskantesten ist das Baden in stehenden Gewässern, die nicht für solche Aktivitäten vorgesehen sind bzw. nicht regelmäßig auf Erreger geprüft werden, sodass die Hygienebedingungen dort katastrophal sind...“, fügt die Gynäkologin hinzu. 

Selbstmedikation oder Gynäkologe?

Auch wenn Sie auf Ihre Intimhygiene schwören, empfiehlt es sich, ein Erste-Hilfe-Set aus der Apotheke für gynäkologische Probleme mit auf Reisen zu nehmen. Für Pilzerkrankungen finden Sie in der Regel eine Kombination aus Vaginalzäpfchen (für Sie allein) und Creme (für Sie und Ihren Partner) in einer Packung. Meistens können Sie das Problem ohne ärztliche Behandlung beheben. 

„Aber hier gilt: Halten Sie unbedingt den empfohlenen Behandlungszeitraum ein, da die Entzündung sonst wieder aufflammen kann. Während der Behandlung sollte man auch auf eine verbesserte Hygiene achten und den übermäßigen Genuss von Zucker und Alkohol, vor allem von fermentierten Nahrungsmitteln, vermeiden“, sagt Kamila Žižková und ergänzt, dass man dringend einen Arzt aufsuchen sollte, falls die Probleme erneut auftreten oder länger als 5-7 Tage andauern. 

Nehmen Sie unbedingt einige Mittel als Erste-Hilfe mit, wenn Sie häufig an Harnwegsinfektionen leiden. Zumindest urologische Tees, Preiselbeeren, Flechten oder Produkte, die die sogenannte D-Mannose enthalten, sollten auf keinen Fall im Gepäck fehlen. Spezielle Intimhygienegels sollten ein Muss sein (gerade die Miniaturen in Reisegröße), ebenso wie die Verwendung von Probiotika zur Stärkung der vaginalen Mikroflora.

Das sollte in Ihrem Erste-Hilfe-Kasten für den Sommer nicht fehlen

Sex am Strand? Bloß nicht auf Kieselsand!

Haben Sie schon einmal von Sommer-Sex am Strand geträumt, auch wenn es nur die Sandgrube in Ihrer Nähe ist? „Ich empfehle da einen felsigen Strand! Sand gelangt überall hin, und wenn er in die Vagina eindringt, kann dies bei beiden Partnern zu Reizungen an den Genitalien führen. Das Gleiche gilt für Sex im Meer: Auch wenn Meerwasser an sich wohltuend ist, kann es in der Vagina Schaden anrichten. Salz trocknet nicht nur die Haut, sondern auch die Schleimhäute aus. Es brennt nicht nur in den Augen, sondern auch in der Vagina“erklärt die Gynäkologin die Nachteile der Sommerromantik. 

Achtung, begeisterter Radfahrer!

Auch Ihr Intimbereich kann bei Radtouren interessante Erfahrungen sammeln. Spezielle gepolsterte Hosen sind unverzichtbar. Und wenn Sie es nicht gewohnt sind, lange Strecken zu fahren, machen Sie Ihren Körper langsam mit dem Sitzen auf einem unbequemen Sattel vertraut, denn Reizungen im Genitalbereich durch den Fahrradsattel können wirklich schmerzhaft sein.

„Und weil sich nicht nur beim Radfahren, sondern auch beim Sport im Intimbereich wieder viel Feuchtigkeit ansammelt, empfiehlt es sich, ein Intimdeo oder Babypuder zu verwenden“, empfiehlt Kamila Žižková. 

Im Zelt wenigstens eine Flasche Wasser

Nehmen Sie beim Wandern, Zelten oder Übernachten unter freiem Himmel stets eine Flasche mit sauberem Wasser mit. Es gibt durchaus Orte, an denen man keine Dusche findet. „Ich empfehle, wenigstens eine Flasche mit sauberem Wasser mitzunehmen und die Genitalien mindestens einmal am Tag damit zu spülen. Wechseln Sie Ihre Unterwäsche. Und verwenden Sie Einwegtücher Feuchttücher für die Intimhygiene, die für die Reinigung dieser Bereiche bestimmt sind“, fügt die Ärztin hinzu. 

Haben Sie jetzt in Sachen Intimhygiene im Sommer einen Überblick? Wir hoffen, dass wir alle Ihre Fragen beantworten konnten, damit Sie komplikationslos durch den Sommer kommen.