Am häufigsten spricht man von Kegel-Übungen für den Beckenboden oder dem Zusammenziehen der Muskeln beim Wasserlassen ... nicht wahr?
Ich persönlich beschreibe es als ein „Einziehen und Zusammendrücken" der Beckenbodenmuskeln. Auch die Vorstellung, wie sich eine „Blüte in eine Knospe zurückzieht“, funktioniert gut. Im Allgemeinen sollte eine Kontraktion, ein leichtes Anheben der Muskeln in Richtung Bauch und ein sanftes Zusammenziehen des Enddarms und der Harnröhre zu spüren sein. Die Bewegung kann durch Tasten überprüft werden, zum Beispiel beim Abwischen mit Toilettenpapier. Wir beginnen mit Kegel-Übungen in einfacheren Positionen, zum Beispiel im Liegen.
Kegel-Übungen können jederzeit im Verlauf des Tages durchgeführt werden. Wie oft sollte man sie wiederholen?
Ja, zum Beispiel, wenn man in einer Warteschlange steht, im Sitzen bei der Arbeit usw. In diesem Fall reicht es aus, zum Beispiel 1-3 Mal am Tag jeweils drei bis fünf Mal das „Einziehen und Zusammendrücken“ zu wiederholen. Wenn jemand Probleme mit Muskelerschlaffung hat, kann die Anzahl der Wiederholungen allmählich auf 30-80 Kontraktionen pro Tag erhöht werden, wobei die Ermüdung berücksichtigt und auf eine ausreichende Entspannung zwischen den einzelnen Zügen geachtet werden muss.
Was halten Sie von dem Rat, dass man „beim Wasserlassen anhalten“ soll?
Niemals! Dieses Manöver kann letztendlich das Risiko von Harnwegsinfektionen erhöhen.
Venuskugeln eignen sich hervorragend zur Stärkung des Beckenbodens. Wirken sie Wunder, weil man sich bemüht, sie „drin zu halten“?
Genau! Wenn man sich bemüht, die Kugeln drinnen zu halten, aktivieren sich die Muskeln von selbst.
Und wenn ich nicht weiß, wie man Venuskugeln benutzt? Wie soll ich es anfangen?
In der Regel reicht es aus, sie in die Scheide zu stecken und aufzustehen, dann zu versuchen, z. B. ein Bein zu heben, leicht in die Hocke zu gehen, mit ihnen ein wenig herumzuhüpfen oder einige Hausarbeiten zu verrichten und dabei darauf zu achten, dass sie nicht herausfallen. Ich persönlich empfehle den Patientinnen lieber unterschiedliche Vaginalgewichte, die eine größere Bandbreite an Gewichten und Größen aufweisen. Auf diese Weise können die Frauen ein Hilfsmittel wählen, das ihrer aktuellen Muskelstärke entspricht, und die Belastung schrittweise erhöhen.