TESTBERICHT: der Nischenduft Chergui von Serge Lutens

Der Nischenduft Chergui der französischen Marke Serge Lutens ist in der Parfümszene ein Begriff. Er wurde im Jahr 2005 auf dem Markt eingeführt und hat schnell die Herzen von Parfümliebhabern und Kritikern erobert. Eine klare Sprache spricht das Ergebnis der Abstimmung unter den Besuchern des Portals Fragrantica, die Chergui in die TOP 3 der Nischendüfte der Gegenwart eingereiht haben. Auch bei uns hat sich Chergui zu einem der meistverkauften und beliebtesten Nischendufte überhaupt entwickelt. Es stellt sich daher die Frage, was dieses Parfüm so interessant macht und warum es so eine Anziehungskraft hat. Wir konnten nicht anders und mußten es einfach testen – hier möchten wir gerne unsere Erfahrungen mit Ihnen teilen.

Chergui

Das, was die Marke Serge Lutens so interessant macht, ist unserer Meinung nach die Fähigkeit, orientalische Traditionen mit dem sprichwörtlichen französischen Charme und der Eleganz zu verbinden, oder, mit anderen Worten, die Fähigkeit, die orientalische Sicht der Dinge unserer europäischen Sichtweise anzunähern. Die Person hinter der Marke – Serge Lutens – hat lange Zeit in Marokko verbracht und dies ist möglicherweise die Quelle seiner Erfahrungen mit der Überschneidung mehrerer Kulturen.

Der Name Chergui bezeichnet einen heißen, trockenen Wind, der in der Wüste Marokkos weht. Und das Parfüm Chergui versucht sich in der Interpretation dieses Themas, was ihm sehr gut gelingt. Zur Kreation dieses Dufts, eine alles andere als einfache Aufgabe, wurde einer der talentiertesten Parfümeure der Gegenwart berufen - Christopher Sheldrake.

Wie ist der eigentliche Duft?

Die ersten Spritzer dieses Parfüms hüllen uns in eine Wolke süßer und intensiver Töne ein, die hauptsächlich von Honigduft und getrockneten Tabakblättern dominiert werden, während im Hintergrund Rosen spürbar sind. Besonders sticht der Duft von Campher hervor, der oftmals an einen „medizinischen“ Duft oder das Aroma von Schwedenbitter erinnert. Allerdings verschwindet dieser Aspekt nach ca. 15 Minuten.

Schrittweise enthüllt sich klar das Thema Trockenheit, Wärme und Süße, das seine Inspiration aus der Wüste schöpft. Der Duft der Tabakblätter (nicht zu verwechseln mit Zigarettenasche oder Pfeifentabak), die wie mit Honig übergossen scheinen, ergibt zusammen mit dem Duft nach Stroh den angenehmen Effekt von Wärme und Trockenheit. Während der ganzen Zeit, in der das Parfüm wirkt, finden wir nicht einen Hauch von Feuchtigkeit. Das Gefühl von Trockenheit in diesem Duft wird durch die immer stärker hervortretende Pudrigkeit der Schwertlilie stetig mächtiger, welche die ganze Komposition abrundet und sie ins Unisex-Spektrum verortet. Doch das ist noch lange nicht alles – zur Harmonisierung und Abrundung dieses Dufts tragen auch Rosen und Sandelholz bei, während Weihrauch den mysteriösen, orientalischen Touch von Chergui bewirkt, ohne daß sich aber eine dieser Komponenten zu sehr in den Vordergrund stellen würde. Das Faszinierende an diesem Parfüm ist, daß man jede einzelne Komponente einzeln wahrnehmen kann, sie aber alle zusammen wie ein eingespieltes Orchester agieren. Hier wird klar, warum dieses Parfüm als Meisterstück bezeichnet wird. Es stellt nicht nur den gelungenen Versuch dar, das abstrakte Thema heißer und trockener Wüstenwind perfekt einzufangen, es wirkt auch ungemein wärmend, anziehend und elegant. Auch die Basisnote weicht nicht vom Thema Wärme, Trockenheit und Süße ab, es dominiert die Pudrigkeit der Schwertlilie, gemeinsam mit Sandelholz und weißem Moschus.

Die Ausdauer diese Parfüms ist wirklich hervorragend – seine Konzentration als Eau de Parfume war die Garantie dafür, daß es bei jedem unserer Tests für mindestens für 10 Stunden anhielt. Durch die orientalische Note ist der Duft für das Tragen während der kalten Jahreszeit vorbestimmt, er kann sowohl tagsüber als auch abends und bei besonderen Gelegenheiten getragen werden. Es ist unglaublich, wie Christopher Sheldrake mit Hilfe des Stroharomas, Honig und der trockenen Tabakblätter das abstrakte Thema des heißen und trockenen marokkanischen Wüstenwinds interpretiert. Ebenso beeindruckend ist, wie jeder einzelne Duft völlig eigenständig dasteht und gleichzeitig mit den anderen Düften eine harmonische Einheit bildet. Chergui von Serge Lutens ist die perfekte Verkörperung eines Nischendufts – über die Nutzung hochwertigster Zutaten, die Auseinandersetzung mit arabischen Themen und ihre Interpretation bis hin zu ihrer endgültigen Umsetzung in einem Duft. Viele Fachleute sehen in Chergui ein meisterhaftes, künstlerisches Werk. Und wir, die wir den Duft getestet haben, können dem nur beipflichten.

Kennen Sie diesen Nischenduft? Haben Sie ihn schon probiert? Oder haben Sie Erfahrungen mit anderen Düften von Serge Lutens? Teilen Sie Ihre Eindrücke mit uns!

 

Heike von Notino.de

 

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