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Ein kleiner Chemie-Exkurs: Welche Wirkstoffe darf man in Kosmetik kombinieren und welche auf keinen Fall?

27.4.2023

Iva Davies

4 Minuten Lesedauer

Haben Sie pflegende Seren, Tonika und Cremes gekauft? Mögen Sie ihre Düfte sowie Texturen und wissen Sie, wie Sie sie verwenden sollten? Ja? Herzlichen Glückwunsch! Aber vielleicht werden Sie sich jetzt ein bisschen wundern, wenn Sie die folgenden Zeilen lesen, weil nicht alle Produkte bzw. deren Inhaltsstoffe zusammen verwendet werden können.

In den letzten Jahren sind bei der Beautyroutine neben „dem Abschminken, dem Tönen und dem Auftragen“ von Pflegeprodukten viele weitere Pflegeschritte hinzugekommen. Nicht unüblich ist die folgende Reihenfolge der Beautyroutine: „Gesichtsreinigung und 15 weitere Pflegeschritte, Auftragen“. Neben Feuchtigkeitscremes sollten Sie unbedingt auf die Formulierung Ihrer Kosmetik achten. Zu häufig eingesetzten Wirkstoffen gehören zum Beispiel Retinol und Vitamin C sowie Glykolsäure.

Und wir sind uns sicher, dass Sie bestimmt schon Mal morgens mit einem roten Gesicht aufgewacht sind. Der Ursache hierfür könnte eine falsche Kombination von Wirkstoffen gewesen sein, die zu den Hautirritationen geführt hat. Erfahren Sie, welche Wirkstoffe man nicht miteinander kombinieren sollte und welche sich wiederum perfekt ergänzen. Lassen Sie uns anfangen! 

Chemische Peelings (AHA/BHA-Säuren) und Retinol

AHA-Säuren (z. B. Glykol- oder Milchsäure) und BHA-Säuren (z. B. Salicylsäure) sowie Retinol sind peelende Wirkstoffe, die die Haut von abgestorbenen Hautzellen befreien und die Haut verjüngen. Wenn man es jedoch übertreibt, dann kann morgens eine böse Überraschung erwarten. „Retinol kann mit anderen Produkten kombiniert werden. Dennoch sind die Reaktionen immer individuell zu betrachten. Es kommt nämlich darauf an, wie empfindlich Ihre Haut ist und wie sie Produkte mit Retinol verträgt. Falls Sie mit Retinol noch keine Erfahrungen gemacht haben, dann ist es nicht sehr empfehlenswert, diesen Inhaltsstoff mit anderen Wirkstoffen zu kombinieren“, erklärt die Dermatologin MUDr. Greta Wohl vom Laser Center Anděl in Prag.

Es ist besser, bei der Kombination von Wirkstoffen vorsichtig vorzugehen. Insbesondere beim Einsatz von Wirkstoffen sollte man auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten.

- MUDr. Greta Wohl, Dermatologin

"Wenn Sie Retinol gut vertragen, dann können Sie weitere Produkte zur Förderung der Hautverjüngung hinzufügen. Aber wir müssen hierbei sehr vorsichtig vorgehen. Man sollte die Haut etwa einen Monat lang daran gewöhnen, bevor man ein weiteres Produkt aufträgt", empfiehlt die Dermatologin. Die Kombination von Retinol und Säuren ist also nicht völlig tabu, aber sie sollte mit äußerster Vorsicht genossen werden. Beginnen Sie mit schwächeren Konzentrationen.

Das sollten Sie auf jeden Fall ausprobieren

Retinol und Vitamin C

Produkte mit Vitamin C helfen freie Radikale zu bekämpfen, hellen die Haut auf und haben eine Peeling-Wirkung. Deshalb kann sich die Kombination mit Retinol negativ auswirken. "Um das Risiko von Irritationen zu vermeiden, insbesondere wenn Sie mehrere Produkte übereinander auftragen, ist es ratsam, jedes Produkt einzeln zu verwenden – Vitamin C am Morgen und Retinol am Abend. Alternativ kann man die Wirkstoffe auch an verschiedenen Tagen abwechselnd anwenden“, rät MUDr. Greta Wohl. Wenn Sie also morgens Vitamin C und abends Retinol verwenden, dann kann sich dies positiv auf den Hautzustand auswirken und zu einer schöneren Haut führen.

Niacinamid und Vitamin C

Wenn Sie abends ein Serum mit Vitamin C auftragen und darüber eine Niacinamid-Creme, dann wird Ihnen sicher nichts Schlimmes passieren. Aber Vorsicht! Niacinamid hat einen höheren pH-Wert als Vitamin C und könnte die Wirksamkeit von Vitamin C beeinträchtigen. Daher sollten Sie die jeweiligen Produkte zu verschiedenen Tageszeiten anwenden, z. B. Vitamin C morgens und Niacinamid abends. So erzielen die besten Ergebnisse.

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Wie weitere Inhaltsstoffe zusammenwirken

  • Retinol und Hyaluronsäure – eine Nebenwirkung von Retinol kann das Abschälen der Haut sein. Wenn Ihnen das passiert, dann warten Sie zwanzig Minuten nach der Anwendung von Retinol und tragen Sie dann eine Creme mit Hyaluronsäure auf. Ihre Haut wird hierdurch verjüngt und gleichzeitig mit Feuchtigkeit versorgt.
  • Benzoylperoxid und LSF – Benzoylperoxid ist eine sehr aktiver Inhaltsstoff, der Akne entgegenwirkt. Die Haut reagiert jedoch nach der Anwendung empfindlich auf das Sonnenlicht. Vergessen Sie also nicht eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden.

Denken Sie also daran, Produkte mit Wirkstoffen schrittweise einzuführen. Zudem gilt, weniger ist mehr.