Zum Hauptinhalt wechseln

Richtig stillen

Welche Stellung und Technik wählen, wie lange, wie oft und was sollte man in dieser Zeit essen? Alles über das Stillen lernen und erfahren, was Sie dabei brauchen.
Die meisten Erstmütter freuen sich auf das Stillen. Fakt ist aber auch, dass sie sich das Stillen oft idealisieren und dann recht überrascht sind, wenn nicht alles auf Anhieb klappen will.

Die Anfänge

Es empfiehlt sich, das Neugeborene direkt nach der Geburt an die Brust anzulegen. In diesem Moment ist sein Saugreflex sehr stark ausgeprägt, sodass die Chancen gut stehen, dass das Baby problemlos zu saugen beginnt. Rechnen Sie damit, dass das Saugen die ersten Tage (bis Wochen) wehtut, denn die Brüste sind an das Stillen noch nicht gewöhnt und müssen sich erst adaptieren. Aus diesem Grund sollten Sie sich mit der heilenden Brustwarzencreme bevorraten. Als preisgünstigere Alternative können Sie reines Lanolin nehmen, das in jeder Apotheke erhältlich ist.

Zunächst produzieren die Milchdrüsen das Kolostrum, einen einzigartigen Vitamin-Cocktail, der für die Bedürfnisse Ihres Babys maßgeschneidert ist. Einige Tage später beginnt dann die Muttermilchproduktion. Diese Milch ist die natürlichste Ernährungsvariante für das Kind in den ersten Monaten seines Lebens überhaupt.

 

Das Baby anfangs alle zwei Stunden anlegen, jeweils für 10 bis 30 Minuten an jede Brust. Es ist wirklich normal, zu Beginn ruhig auch 12 Mal am Tag zu stillen. Die genaue Lage beim Stillen kann von Frau zu Frau variieren. Einige stillen gern im Sitzen, wobei ein Stillkissen das Baby abstützt, andere wiederum möchten auf der Seite liegen.

Mehr Weniger

Aber was tun, wenn Sie wenig Milch haben?

Auch wenn der Muttermilchmangel stressig sein kann, sollten Sie stets Ruhe bewahren. Versuchen Sie, mit dem Baby viel zu kuscheln, denn gerade der Mutter-Kind-Kontakt funktioniert oft als Auslöser des Milchflusses. Zögern Sie nicht und lassen Sie sich von einer Stillberaterin beraten, die Ihnen gern hilft.

Dennoch kann es manchmal passieren, dass die Milch einfach nicht fließen will oder zu wenig ist. Für solche Fälle gibt es viele hochwertige Milchersatzprodukte auf dem Markt. Lassen Sie sich von der Situation nicht unterkriegen, nehmen Sie das Ganze sportlich. Am wichtigsten ist, dass Ihr Baby keinen Hunger hat.

Was essen, wenn Sie stillen, und was nicht

Verzichten Sie anfangs auf Lebensmittel, die Blähungen verursachen. Womöglich haben Sie ein Baby zu Hause, dem Brokkolisuppe und Erbsenbrei mit frischem Gebäck keine Probleme bereiten, viel wahrscheinlicher ist es aber, dass nach einem solchen Menü eine durchweinte Nacht wegen versetzter Winde folgt.

Blähende Lebensmittel stets nach und nach in die Ernährung einführen, um zu erkennen, was für Ihr Kind das Beste ist.

Denken Sie beim Essen daran, dass Ihr Kind – bildlich gesprochen – das isst, was Sie essen. Essen Sie deshalb hochwertiges weißes und rotes Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse, Reis, Kartoffeln oder beispielsweise Haferflocken. Trinken Sie Tees für Stillende, stilles Wasser und frische Obstsäfte.

Wie lange stillen?

Diese Frage wird Ihnen niemand beantworten. Manche sagen, dass mit den ersten Zähnen die Natur zu erkennen gibt, dass die Zeit für den Übergang zu fester Nahrung gekommen ist, um binnen eines Jahres allmählich abzustillen. Andere Mütter stillen bis zum dritten oder fünften Lebensjahr des Kindes und kommen damit auch gut klar.

Außerdem gilt, dass es auch in Ordnung ist, wenn Sie überhaupt nicht stillen wollen. Es ist allein Ihre Entscheidung und niemand hat das Recht, Sie deshalb zu verurteilen. Das Stillen ist zwar sehr natürlich, kann aber zugleich eine melancholische oder depressive Stimmung auslösen. Folgen Sie Ihrer eigenen Einschätzung und verteidigen Sie Ihre Entscheidung.

Das Stillen einfacher gestalten

Die ersten Tage und Wochen mit einem Neugeborenen sind emotional sehr anspruchsvoll. Das zeigt sich unter anderen daran, dass die Milch automatisch fließt, wenn Sie ein Kind weinen hören (es muss nicht Ihr eigenes Baby sein), eine herzergreifende Story über einen Welpen hören oder eine idyllische Familiensituation in einer Waschpulver-Werbung sehen. In solchen Situationen ist es sinnvoll, Einweg- oder waschbare BH-Einlagen zu tragen, die die Milch auffangen, sodass Ihre Bluse trocken bleibt.

Ein Still-BH ist ein toller Helfer, der das Stillen deutlich beschleunigt und vereinfacht. Das gilt auch für Stillhütchen, die Schmerzen beim Stillen lindern oder bei Problemen mit Hohl- oder Flachwarzen helfen.

 

Wenn Sie zu viel Milch haben, können Sie zu einer Milchpumpe greifen. Dabei sollten Sie beachten, dass auch hier das Angebot auf die Nachfrage reagiert – je mehr Sie abpumpen, umso mehr Milch wird produziert. Eine Milchpumpe kann dadurch paradoxerweise auch die Lösung bei Milchmangel sein.

Mehr Weniger